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Musik, Symbolik, Zeichen,

Hass-Musik mit linksextremistischen Bezügen

Auch außerhalb des Rechtsextremismus hat sich eine Hass-Musikszene etabliert, in der die Demokratie verächtlich gemacht sowie zur Selbstjustiz und zur Gewalt aufgerufen wird. In den Texten dieser Hass-Musiker gilt ein Menschenleben nichts, wird der Mord an Polizisten verherrlicht und der Hass als Selbstzweck besungen.

Herausgeber: BIGE Staatliche Einrichtung

Hassmusik mit linksextremistischen Bezügen kann man an keinem Musikstil festmachen, die Stilrichtungen bewegen sich von aggressivem Punk über Ska bis hin zu Reggae oder Hip Hop. Ausschlaggebend ist nicht der Stil, sondern der Inhalt: Die Songtexte sind im Hinblick auf ihren extremistischen Gehalt zu bewerten. Hauptthemen linksextremistischer bzw. gewaltverherrlichender Hassmusik sind der Staat und seine Repräsentanten (insbesondere die Polizei), aber auch ein linksextremistisch verstandener Anti-Faschismus. "Es ist voll ok ein paar Nazis zusammen zu schlagen", heißt es z.B. im Songtext einer bayerischen Band. Eine andere Gruppe singt: "Für die deutsche Ordnung schützt ihr [Anm.: gemeint ist die Polizei] die Faschisten." Im Vorspann eines Musikvideos wird klargestellt, dass man Polizistenmord nicht als Straftat ansieht. Polizisten werden als "Bullenschweine" bezeichnet und mit der Parole "A.C.A.B. - all Cops are Bastards" bedacht. "Wer A sagt, muss auch C.A.B. sagen", "Scheiß Deutschland" und "Hängt die Bullen auf" sind nur einige Auszüge aus den Liedern.

Die Band Kurzer Prozess aus Nürnberg macht mit der Textzeile „und es ist voll ok ein paar Nazis zusammenzuschlagen“ deutlich, dass sie Gewalt als geeignetes Mittel der Auseinandersetzung mit Rechtsextremisten ansieht. Die Band tritt regelmäßig auf Musikfestivals auf, die von autonomen Gruppierungen wie Organisierte Autonomie (OA) oder radikale Linke (rL) organisiert werden. Dass sie den demokratischen Rechtsstaat ablehnt und über den Klassenkampf einen Systemwechsel erreichen will, belegt der Song „Ruhe im Gericht“, wo es u.a. heißt: „Scheiss auf Gesetze und will Klassenkampf (…) Komm wir scheissen auf den Richter / Und sprengen die Verhandlung“ (Fehler übernommen).

Ein weiteres Beispiel für die Vermittlung linksextremistischer Inhalte über das Medium Musik ist der bayerische Rapper Crument. Nach eigenen Aussagen will der Musiker über eine Revolution eine klassenlose Gesellschaft erreichen. In seinem Lied „Ulrike“ besingt Crument die politische Entwicklung der RAF-Terroristin Ulrike Meinhof. Crument verharmlost die Meinhof zur Last gelegten Verbrechen und rechtfertigt den von der RAF verübten Terrorismus. Meinhof und andere verstorbene RAF-Angehörige werden in dem Song als „im Kampf gegen den Imperialismus Gefallene“ glorifiziert.

 

 

Crument - Ulrike

Dass der Rapper den Einsatz von Gewalt für ein geeignetes Mittel der politischen Auseinandersetzung hält, wird auch in seinem Song „Lieber wütend als traurig“ deutlich, wo es u.a. heißt:

ich schmeiß Mollis und Steine, setz Autos in Brand, schlag die Faust an die Wand, Und schrei: Fick den Staat, fick das System, denn wir wollen lieber aufrecht sterben als gebückt gehen….“

Crument ist inzwischen mehrfach zu von Linksextremisten organisierten Veranstaltungen in Bayern eingeladen worden.

Konzerte mit linksextremistischer Hassmusik finden häufig an einschlägigen Szenetreffpunkten statt. Dadurch kann über die Musik eine erste Kontaktaufnahme in die linksextremistische Szene stattfinden. Zum Teil werden über die Konzerte auch andere Veranstaltungen beworben bzw. finanziert. So finden beispielweise im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz sogenannte "Soli-Konzerte" statt. Nicht jeder Teilnehmer dieser Veranstaltungen ist damit automatisch als Extremist anzusehen; es muss sich aber jeder Teilnehmer bewusst sein, dass man durch die bloße Teilnahme unter Umständen den Extremismus finanziell unterstützt.

 

 

 

 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch in folgenden Beiträgen des Verfassungsschutzes Brandenburg:

 

http://www.verfassungsschutz.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.206743.de

http://www.verfassungsschutz.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.255848.de

Details zum Herausgeber:
Bayer. Informationsstelle gegen Extremismus
Knorrstr. 139 - 80937 München
Tel.  089  - 21 92 21 92
Fax. 089 - 21 92 23 77
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